Swen Bastian :

Unterbezirksvorsitzender
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Manfred Görig (SPD): „Keine gentechnisch veränderten Pflanzen im Vogelsbergkreis anbauen“ :

Landkreis

VOGELSBERGKREIS. Die SPD untersützt nachdrücklich das Ziel eines gentechnikfreien Vogelsbergkreises. Das erklärte der Vorsitzende der SPD Vogelsbergkreis Manfred Görig. Viele offene Fragen im Zusammenhang mit der „grünen Gentechnik“ seien von der Forschung bislang nicht zufriedenstellend beantwortet, so Görig. Ein Verzicht auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen werde das Vertrauen in die Produkte der Vogelsberger Landwirtschaft daher nachhaltig stärken. Die SPD sieht sich in der Frage der Gentechnik an der Seite der Mehrzahl der Verbraucher und des Storndorfer Landwirts Peter Hamel, der die Initiative „Zivilcourage Vogelsberg“ ins Leben gerufen hatte. Anstelle des Anbaus von Genpflanzen fordert die SPD eine bessere Untersützung der Landwirte beim Umstieg auf den ökologischen Landbau.

„Die SPD hat sich schon in ihrem 2006 in Leusel verabschiedeten Vogelsberger Kommunalwahlprogramm klar gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und Lebensmittel ausgesprochen“, erklärte Görig. Auch die Mehrzahl der Verbraucher lehnten die „grüne Gentechnik“ und deren im Erbgut veränderte Lebensmittel ab. „Dafür gibt es auch gute und schwerwiegende Gründe“, so Görig. Bisher bleibe die genaue Wirkung der Mechanismen, mit denen bei Pflanzen und Tieren das Erbgut verändert werde weitgehend unklar. Immer wieder tauchten bei gentechnisch veränderten Pflanzen unerwartete Eigenschaften auf. Schon bei einem geringen Ausmaß an Genpflanzen-Anbau können die Verbraucher nicht mehr frei wählen, was sie essen. Denn Pollenflug und Verunreinigungen im Saatgut erschwerten einen gentechnikfreien Anbau gleichartiger Pflanzen ganz erheblich. „Mit dem klaren Bekenntnis zu einem gentechnikfreien Vogelsbergkreis und einem Anbauverzicht der Landwirte für Genpflanzen wird das Vertrauen der Verbraucher in regionale Produkte nachhaltig gestärkt. Das kommt dann nicht zuletzt auch unseren Landwirten zugute“, erklärte Görig.
„Ist gentechnisch verändertes Saatgut erst einmal ausgebracht, lässt es sich nicht einmal mit extrem großem Aufwand wieder so leicht aus der Umwelt entfernen“, gab der SPD-Unterbezirksvorsitzende zu bedenken. Für die Landwirte die gentechnikfreie Lebensmitteln herstellten, bedeute der Anbau von Genpflanzen in der Nachbarschaft erhebliche Mehrkosten für Analytik und Qualitätssicherung. Durch die Möglichkeit gentechnisch veränderte Pflanzen zu patentieren bestünde die große Gefahr, dass internationale Konzernen den Markt des Saatgutvertriebes in bisher ungekanntem Maße beherrschten. „Landwirten und Verbrauchern drohen dann gleichermaßen neue Abhängigkeiten. Der Wettbewerbsdruck auf die mittelständischen Saatzuchtunternehmen wird Zusammenschlüsse und Übernahmen begünstigen. Die grüne Gentechnik gefährdet damit auch Arbeitsplätze in Deutschland“, befürchtet Görig in Hinblick auf die ökonomischen Folgen.
Anstatt den Anbau von Genpflanzen voranzutreiben setzt die SPD auf Erleichterungen für den Umstieg hin zum ökologischen Landbau. „Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist in Deutschland mittlerweile so groß, dass sie nicht mehr allein vom heimischen Markt befriedigt werden kann. Daher muss allen Landwirten, die an einer Umstellung ihrer Produktion hin zum Bio-Betrieb interessiert sind, der Umstieg deutlich erleichtert werden“, forderte Görig. Den Landwirten müsse gerade in der Übergangszeit Unterstützung gewährt werden. „Gutes aus der Region statt Gentechnik in die Region, sei das Ziel, daran sollten alle Verantwortlichen gemeinsam arbeiten“, erklärte der SPD-Unterbezirksvorsitzende abschließend.