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Vom Umweltschutz bis zur Pflichtaufgabe - Ortsbeirat und Feuerwehr im Parlament :

Stadtpolitik

Veröffentlicht in der Alsfelder Allgemeinen vom 13.04.2013

Brandschutz erfordert eine Million Euro

Stadtverordnete: Bericht über Feuerwehrentwicklung bis 2037 – Vogelgutachten für Windpark angeregt

Romrod (jol). Eine Million Euro sind eine Menge Geld, auch wenn sie über einen Zeitraum von 25 Jahren verteilt benötigt werden. Auf diese Summe schätzt die Romröder Feuerwehr den Finanzbedarf für neue Fahrzeuge in den nächsten Jahren, am Donnerstag berichteten ihre Sprecher darüber in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung.

Das Parlament beschloss, eingehend über ein Vogelgutachten für einen Windpark im Ausschuss zu beraten, verkaufte ein Mehrfamilienhaus und hörte Neues von »Leben und Wohnen im Alter«.

Schnell beschlossen war der Verkauf des Mehrfamilienhauses »Am Weingarten 1«. Intensiver befasste sich das Stadtparlament unter Leitung von Jörg Gaudl mit dem avifaunistischen (Vogel-)Gutachten, das der Ortsbeirat Ober-Breidenbach angeregt hat. Ortsvorsteher Udo Seiler verwies in der Sitzung darauf, dass in den Planunterlagen des Regierungspräsidiums die Auswirkungen eines Windparks auf Vögel und die Auswirkungen auf Vogelflug »sehr merkwürdig dargestellt« seien.

Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg wies auf eine Ausstülpung in dem Vogelschutzbereich bei Ober-Breidenbach hin, der einen solchen Windpark leichter ermöglicht. Eventuell müsse der RP selbst ein neues Gutachten erstellen lassen. Die Stadtverordneten übernahmen die Anregung aus dem Ortsbeirat als eigenen Antrag und wollen darüber im Bauausschuss beraten. Die Kosten des Gutachtens bezifferte Gaudl auf rund 40 000 Euro.

Zum geplanten Seniorenzentrum »Leben und Wohnen im Alter« berichtete Dr. Richtberg über die neuen Entwicklungen. So werde nun die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft (gGmbH) angestrebt. Diese soll Fördermittel beantragen, die Finanzierung sichern und den Bau bis zur Inbetriebnahme überwachen. Geplant sind die Schaffung einer Begegnungsstätte, eines Tages- und Kurzzeitpflegebereichs sowie eines Pflegebereichs. Von dort sollen auch alleinstehende Menschen in externen Wohnungen betreut werden, damit möglichst viele alte Menschen in den Ortsteilen bleiben können.

Eine Pflichtaufgabe der Stadt ist der Brandschutz, wie Stadtbrandinspektor Oliver Rabe und sein Vize Björn Preuß von Brincken ihrem Bericht zum Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehren voranstellten. Das ist insofern wichtig, als die Stadtverordneten über Anschaffungen entscheiden müssen. Und da listeten Rabe und Preuß von Brincken einiges auf. Im Schnitt der letzten fünf Jahre gab es 22 Einsätze, seit 2009 wurden acht Menschen gerettet, drei wurden verletzt. Grundproblem ist, dass ein Brand jederzeit ausbrechen kann, die freiwilligen Retter müssen also Tag und Nacht in der Lage sein, binnen zehn Minuten zu löschen. Die ersten Minuten eines Brandes sind entscheidend dafür, ob sich das Feuer entfaltet oder als Kleinbrand eingedämmt werden kann. Zu beachten sind in Romrod auch Bereiche mit hohem Brandrisiko, wozu enge Ortskerne, Gewerbeareale und Wälder zählen. Zudem müsse die Stadt im Bereich Katastrophenschutz vorsorgen. Die Empfehlung des Entwicklungsplan-Entwurfs für die Periode bis 2037: Ein Löschfahrzeug LF 10 und ein Tanklöschfahrzeug 2000 in Romrod, ein LF 10 mit Katastrophenschutzausrüstung (KatS) in Zell, ein Löschfahrzeug mit Wassertank TSF-W in Ober-Breidenbach sowie kleinere Löschfahrzeuge ohne Wassertanks in Strebendorf und Nieder-Breidenbach. Die kleineren Fahrzeuge kosten rund 75 000 Euro, ein TSF-W etwa 95 000 Euro, das LF 10 185 000 Euro. Ein Problem sind die Gerätehäuser, weil das große LF 10 KatS nur in Zell Platz findet. Dr. Richtberg plädierte dafür, die Ortsteilwehren zu erhalten.

Jörg Gaudl fragte nach den Auswirkungen des Bevölkerungswandels auf die Einsatzkraft der kleineren Wehren. Preuß von Brincken verwies dazu auf die Jugendarbeit, die noch intensiviert werden müsste.